Aus dem Vorlagebericht zum Tages-
ordnungspunkt „Resolution der
Hohenemser Stadtvertretung zur Er-
haltung der Abteilung Gynokologie
und Geburtshilfe am LKH Hohenems“

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Seite 1 - Allgemeine Informationen über die Station

Seite 3 - Statement und Mail-Korrespondenz mit Landesrat Bischof


Umstrukturierung des Leistungsangebotes am Landeskrankenhaus Hohenems

Neuorientierung für Gynäkologie u. Geburtshilfe sowie Aufbau eines Schwerpunktes Orthopädie. Umstrukturierung des Leistungsangebotes am Landeskrankenhaus Hohenems
© Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft m.b.H (06.07.2005)

Referenten:

  • Landesstatthalter Dr. Hans-Peter Bischof
    Gesundheitsreferent der Vorarlberger Landesregierung
  • Prim. Dr. Dietmar Wohlgenannt
    Chefarzt des Landeskrankenhauses Hohenems
  • Bürgermeister DI Richard Amann
    Stadt Hohenems
  • Direktor Luis Patsch
    Geschäftsführer Vlbg. Krankenhaus-Betriebsgesellschaft

Im Sinne einer zukunftorientierten optimalen Lösung für die Vorarlberger Spitalslandschaft wurden im Zuge der Masterplanung, welche derzeit gerade intensiv diskutiert wird, auch Überlegungen betreffend die gynäkologisch/geburtshilfliche Versorgung der Vorarlberger Patientinnen angestellt. Für den Umfang des Bettenangebotes in den einzelnen medizinischen Fachabteilungen der Krankenhäuser sind der Österreichische Krankenanstaltenplan (ÖKAP 2003) als Rahmenvorgabe sowie der Vorarlberger Spitalplan 2005, der die definitiven Bettenobergrenzen für die medizinischen Fachabteilung vorgibt, maßgebend.

Der Aufsichtsrat der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, eine Strukturreform am LKH Hohenems einzuleiten und damit die Position dieses Krankenhauses in der Vorarlberger Spitallandschaft auch in die Zukunft abzusichern. Im Zuge dessen wird ein Schwerpunkt für tagesklinische Behandlungen aufgebaut, die auch die gynäkologische Basisversorgung in der Region weiterhin garantieren wird. Der deutliche Rückgang der Geburtenzahlen und die gerade für Neugeborene fehlende intensivmedizinische Betreuungsstruktur in Hohenems waren ausschlaggebend für die Entscheidung , diese Aufgaben auf die anderen Krankenhäuser des Landes zu übertragen, um einerseits Qualitätssicherung und andererseits ökonomische Aspekte verantwortungsvoll berücksichtigen zu können. Der durch die Verlagerung freiwerdende Raum soll für einen orthopädische Fachschwerpunkt zur Verfügung gestellt werden, wodurch einerseits der Bedarf an konservativ-orthopädischen Notwendigen in Vorarlberg abgedeckt und in Verbindung mit der hoch qualifizierten unfallchirurgischen Abteilung eine wesentliche Ergänzung im Sinne eines ?Bewegungszentrums" geschaffen wird.

Leistungsangebot des LKH-Hohenems - Ist-Zustand

Das LKH-Hohenems ist ein wichtiges Krankenhaus - nicht nur für Hohenems sondern für die gesamte Region. Für das LKH Hohenems sehen der ÖKAP 2003 sowie der Vorarlberger Spitalplan wie folg aus:

 

Fachdisziplin

ÖKAP 2003

Vlbg. Spitalplan

Allgemeine Chirurgie

A

30 Betten

Innere Medizin

A

57 Betten

Gynäkologie/Geburtshilfe

A

20 Betten

Unfallchirurgie

D

24 Betten

Palliativmedizin

S

10 Betten

Intensiv-Überwachung

E

4 Betten

LKH-Hohenems gesamt

 

145 Betten

     A = Akutbetten in bettenführender Abteilung als Primariat geführt

     D = Akutbetten in bettenführender Abteilung als Department geführt

     S = Akutbetten im Rahmen einer Palliativstation geführt

     E = Betten in Intensivbereichen

 

Leistungsdaten LKH H.

2002

2003

2004

Betten

150

150

150

Belagstage

45.815

44.241

44.974

Fälle

10.318

10.334

11.092

Auslastung

83,7 %

80,8 %

81,9 %

Verweildauer

4,44 Tage

4,28 Tage

4,05 Tage

Durchschn. belegte Betten

125,5

121,2

122,9

Ambulanzfälle

20.651

22.193

23.440

Ambulanzfrequenz

54.844

58.978

62.175

Operationen

4.794

4.665

5.037

LDF-Punkte

18.429.305

17.908.945

18.968.272

Kosten gesamt

20.970.818

21.337.910

23.448.812

 

Leistungsdaten Gyn./Geb.:

2002

2003

2004

Betten

22

22

22

Belagstage

6.682

5.874

5.970

Fälle

1.632

1.605

1.766

Auslastung

83,2 %

73,2 %

74,1 %

Verweildauer

4,10

3,66

3,38

Durchschn. belegte Betten

18,3

16,1

16,3

Ambulanzfälle

1.184

1.293

1.471

Ambulanzfrequenz

5.535

6.496

6.466

Operationen

778

760

889

Entbindungen

552

564

559

LDF-Punkte

2.871.232

2.738.231

2.888.984

Kosten Station

3.139.201

3.186.950

3.453.945

Kosten Ambulanz

284.409

360.270

403.524

Kosten gesamt

3.423.610

3.547.220

3.857.469

Umstrukturierung des Leistungsangebotes - Soll-Konzept

Im September 2004 verstarb der Leiter der Abteilung Gynäkologie/Geburtshilfe am LKH-Hohenems, Herr Prim. Dr. Herbert Gschliesser, der entscheidend für diese positive Entwicklung an der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe verantwortlich war. Die interimistische Leitung dieser Abteilung bzw. die bis heute nicht nachbesetzte Primararztstelle übernahm dankenswerterweise Herr OA Dr. Loacker.

Das tragische Ereignis führte dazu, Überlegungen zu einer Umstrukturierung des Leistungsangebotes am LKH-Hohenems, die vom Bund schon seit über 10 Jahren eingefordert wird, anzustellen. In diesem Sinne sind auch die Ausführungen des ÖKAP 2003 zum LKH-Hohenems zu verstehen, indem zur Abteilung Gynäkologie/Geburtshilfe festgehalten wird, dass ?die Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Gynäkologie/Geburtshilfe im Zuge der nächsten ÖKAP-Revision überprüft werden wird".

All diese Überlegungen und die dafür notwendigen mit dem Bund noch zu verhandelnden Entscheidungen sind die Voraussetzungen für das geplante Projekt ?Generalsanierung LKH-Hohenems".

Auslastungsprobleme durch Geburtenrückgang

In Vorarlberg bestehen in den Landeskrankenhäusern Bregenz, Feldkirch, Hohenems und Bludenz sowie im Stadtspital Dornbirn gynäkologisch/geburtshilfliche Abteilungen. Die Geburtenzahlen sind aber auch bei uns seit vielen Jahren rückläufig, was sich in den Auslastungen der einzelnen Abteilungen widerspiegelt (2004):

 

Krankenhaus

Bettenzahl

Auslastung

LKH-Bregenz

34

70,1 %

LKH-Feldkirch

43

70,8 %

LKH-Hohenems

22

74,1 %

LKH-Bludenz

25

59,3 %

Stadtspital Dornbirn

40

67,9 %

Vorarlberg gesamt

164

68,6 %

Aus diesen Zahlen ist klar ersichtlich, dass in Vorarlberg im Fach Gynäkologie/Geburtshilfe ein Überangebot an Akutbetten - ca. 20 bis 25 - besteht. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass 4 diesbezügliche Fachabteilungen für eine flächendeckende Versorgung der Vorarlberger Patientinnen ausreichend sind.

Die Versorgung von gynäkologisch/geburtshilflichen Patientinnen im Raum zwischen Bregenz und Feldkirch ist durch die bestehenden 3 Fachabteilungen in den Krankenhäusern Bregenz, Dornbirn und Feldkirch ausreichend gesichert. Zudem sind diese 3 Fachabteilungen geographisch so situiert, dass alle durch geringe Wegstrecken gut zu erreichen sind.

Durch die pädiatrischen Fachabteilungen inklusive der dort bestehenden Intensivüberwachungs-/Therapieeinheiten, die an diesen 3 Standorten bestehen, wird zudem die Versorgung der Neugeborenen optimal sichergestellt, was im LKH Hohenems wegen des Fehlens einer pädiatrischen Abteilung nicht im qualitätsgesicherten Ausmaß möglich war. Mit dieser Umstrukturierung ergeben sich wie erwähnt zusätzlich völlig neue Möglichkeiten:

Einrichtung eines Fachschwerpunktes für Orthopädie am LKH Hohenems

Es ist geplant am LKH-Hohenems einen Fachschwerpunkt für Orthopädie mit maximal 14 Betten zu schaffen. Haupttätigkeitsgebiet dieses Fachschwerpunktes wäre die konservative Orthopädie; kleinere und mittelgroße Eingriffe - vor allem tageschirugische - werden möglich sein. Hier muss eine Abstimmung mit dem Leistungsspektrum der Vollabteilung im LKH-Feldkirch erfolgen.

Auf der anderen Seite wird durch die

Einrichtung eines Fachschwerpunktes für Unfallchirurgie am LKH Bludenz

die Sicherheit der Versorgung im unfallchirurgisch-orthopädischen Bereich entscheidend gestärkt. Im LKH-Bludenz erfolgt derzeit eine unfallchirurgische Versorgung, im stationären Bereich, das lange Zeit spitalsrechtlich nicht abgesichert war.

Da der Bedarf an unfallchirurgischer Versorgung im LKH-Bludenz in den letzten Jahren stark zugenommen hat, wurde an das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen der Antrag auf Genehmigung eines Fachschwerpunktes für Unfallchirurgie im Ausmaß von 14 Betten gestellt. Dieser Fachschwerpunkt soll an die unfallchirurgische Abteilung des LKH-Feldkirch angebunden werden und hätte fixe Betriebszeiten mit einer Ambulanz-Öffnungszeit von 8.00 - 20.00 (an allen Tagen, das ganze Jahr). Das Leistungsangebotes dieses Fachschwerpunktes am LKH Bludenz wurde mit der Vollabteilung am LKH Feldkirch definiert und in Vernetzung gebracht.

Derzeit bestehen im LKH-Bludenz auch noch 4 orthopädische Betten, wobei die medizinische Betreuung dieser Patienten bislang durch einen Belegarzt erfolgt. Durch den Aufbau des Fachschwerpunktes für Orthopädie am LKH Hohenems kann das orthopädische Bettenangebot im LKH Bludenz aufgegeben werde. Durch diesen ?Bettenabtausch" würden eine Strukturbereinigung einerseits und eine Schwerpunktbildung andererseits vollzogen. Durch den Aufbau des Fachschwerpunktes für Orthopädie wird nicht nur das LKH Hohenems in seiner Aufgabenstellung im Sinne eines Bewegungszentrums gestärkt, sondern auch die Bedeutung der Unfallchirurgie an diesem Haus heraus gestrichen.

Die Aufteilung des Bettenangebotes würde sich wie folgt darstellen, wobei sich diese Zahl nur auf die Betten der jeweiligen Stationen bezieht, die tageschirurgischen Betten - vor allem bei mehrfacher täglicher Nutzung - noch eingerechnet werden müssten.

 

 

LKH-Hohenems

Ist

2004

ÖKAP 2003

Soll-

Konzept

Unfallchirurgie

31  A

24  D

24  D

Orthopädie

 0   - 

 0   -

14  F

Gynäkologie/Geburtshilfe

22  A

20  A

  0  -

Sonstige Fächer

97

101

101

Gesamt

150

145

139

 

LKH-Bludenz

Ist

2004

ÖKAP 2003

Soll-

Konzept

Unfallchirurgie

15  -

 0   -

14  F

Orthopädie

  4  -

14  F

  0  -

Gynäkologie/Geburtshilfe

 25 A

 22  A

 22  A

Sonstige Fächer

138

116

116

Gesamt

182

152 1)

152 1)

Gesamt LKHH + LKHZ

332

297 1)

291 1)

A = Vollabteilung                                    

D = Department

F = Fachschwerpunkt                            

1) ohne Nachsorge (im ÖKAP 17 Betten)

Im Vordergrund zur Umsetzung dieser geplanten Veränderungen steht primär die qualitativ beste Planung der ?Generalsanierung LKH Hohenems" bzw. des Masterplans. Erst wenn die Verhandlungen mit dem Bund diese optimale Variante absichern wird, kann der Baubeginn für das LKH Hohenems festgelegt werden, was dann im Laufe des zweiten Halbjahres 2006 möglich sein wird.

Arbeitsplätze für MitarbeiterInnen gesichert

Im Zuge der Umstrukturierung der gynäkologisch/geburtshilflichen Abteilung am LKH Hohenems wird niemand seinen Job verlieren und niemand gekündigt werden. Durch die langfristige Planung wird es möglich sein, dass die derzeitigen MitarbeiterInnen eine neue adäquate Stelle am LKH Hohenems bzw. in einem anderen Landeskrankenhaus bekommen.

 

   
   

Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund die erfolgreichste Gynäkologische Abteilung, noch dazu diejenige mit der besten Auslastung und der besten Akzeptanz und Reputation aller Landeskrankenhäuser Vorarlbergs einfach so kaputtzusparen.

Sogar die von den Proponenenten angeführten Zahlen aus der Statistik belegen das nicht. Beispielsweise ist hier immer von einem dramatischen Geburtenrückgang die Rede: Ein Blick auf die an dieser Pressekonferenz präsentierten Zahlen zeigt keinerlei "dramatischen Geburtenrückgang, sondern im Gegenteil sogar eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung:

mutter@progeburtenstation.info

 

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