Aus dem Vorlagebericht zum Tages-
ordnungspunkt „Resolution der
Hohenemser Stadtvertretung zur Er-
haltung der Abteilung Gynokologie
und Geburtshilfe am LKH Hohenems“

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Seite 1 - Allgemeine Informationen über die Station

Seite 2 - Pressekonferenz vom 29. Juni 2005

 

Da das Thema Geburtenstation Hohenems noch lange nicht "vom Tisch" ist, möchte ich auf einige Dinge hinweisen:

Die äußerst fragwürdige Entscheidung des Aufsichtsrates der Krankenhausbetriebsgesellschaft die Gynäkologie und Geburtenstation am LKH Hohenems zu schließen, ist meiner Meinung nach (und da stehe ich zum Glück nicht alleine da) eine falsche.

Grundsätzlich ist es sicherlich wichtig, Neustrukturierungen und Fachschwerpunkte zu setzen. Dies ist eine notwendige Entwicklung, die vermutlich niemand anzweifelt. Dass dabei Entscheidungen getroffen werden müssen, die nicht immer einfach sind, liegt auf der Hand. Dass dabei auch falsche Entscheidungen getroffen werden ebenso.

Die Schließung der Gynäkologie + Geburtshilfe in Hohenems ist ein Rück- und kein Fortschritt. Die in jeder Beziehung richtungsweisende, bestausgelastetste Abteilung muss mit   allen zur Verfügung stehenden Mitteln gefördert werden. Solche Entscheidungen können nur in der Politik getroffen werden, denn für eine Schließung gibt es keinen einzigen wirtschaftlichen Grund. Hier wird mit der allgegenwärtigen Angstpolitik (in diesem Fall ist es das Altern der Menschen) versucht die Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe notwendig zu reden.

Es wurde von den Befürwortern der Schließung schon des öfteren argumentiert, dass die nächste Entbindungsstation (+ Gynäkologie) 6 km entfernt in Dornbirn zu finden sei. Dort befindet sich aber auch eine ausgezeichnete Abteilung für Orthopädie! -   Hier wird eindeutig mit mindestens zweierlei Maß gemessen und die Verlierer sind wie schon so oft Frauen und Kinder.

Und nur um es noch einmal festzuhalten: Hier geht es nicht um geographische Entfernungen, die jemandem nicht zugemutet werden können.

Der Großteil aller Frauen die in Hohenems entbinden, kommt nämlich gar nicht aus Hohenems selbst. Hohenems ist die sogenannt Multi-Kulti-Abteilung im Ländle: Hier trifft man Frauen aus dem Bregenzerwald genauso wie aus dem Kleinwalsertal. Aus der Kummenbergregion wie aus Dornbirn. Aus Lustenau wie aus Feldkirch. Diese Frauen sind nicht zufällig hier. Und sie haben auch nicht den nächsten Weg gewählt.

Sie haben den Ort der Geburt für ihr Baby selbstbestimmt und ganz bewusst gewählt.

Diese Selbstbestimmung der Frauen darf doch nicht in einer einzigen Entscheidung, (die übrigens nur von Männern gefällt wurde) ohne die Möglichkeit eines Mitspracherechtes und ohne jeglichen wirtschaftlichen Hintergrund, getroffen werden!

Jasmin Neumayer

Hier wollen wir den Bürgern und betroffenen Müttern die bereits geführte Korrespondenz mit den Verantwortlichen nicht vorenthalten.


-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: NeumayerJasmin [mailto:NeumayerJasmin@everyday.com]
Gesendet: Donnerstag, 27. Oktober 2005 07:47
An: Bischof Hans-Peter
Betreff: Geburtenstation Hohenems

Sehr geehrter Herr Bischof,

auch wenn Sie gerne und oft betonen, dass die Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe am LKH Hohenems eine "beschlossene Sache"sei, möchte ich Sie doch auf einige Dinge aufmerksam machen, die zu einem Dialog führen könnten.

Bis zum heutigen Tag wurde weder von Ihnen, noch von der Krankenhausbetriebsgesellschaft ein einziges nachvollziehbares Argument für die Schließung vorgebracht.

Sie betonen in Ihren Aussagen diesbezüglich öfters die örtliche Nähe von anderen Krankenhäusern, z.B. dem Stadtspital Dornbirn, das 6 km von Hohenems entfernt liegt. Sollte es Ihnen entgangen sein, das Dornbirn auch eine (übrigens ausgezeichnete) Orthopädie führt.-Es wäre also schön wenn hier nicht mit zweierlei Maß gemessen würde.

Politisch äußerst fragwürdig finde ich den Umstand, dass der zuständige Landesrat als stimmberechtigtes Mitglied im Aufsichtsrat der Krankenhausbetriebsgesellschaft tätig ist. Es wäre schön, wenn Sie wieder im Sinne Ihrer WählerIinnen handeln könnten.-Und nicht wie ein persönlicher Angestellter der Krankenhausbetriebsgesellschaft.

Eine Entscheidung dieser Tragweite muss für uns Frauen zumindest ein Mitspracherecht beinhalten. Wir haben bereits über 5.000 Unterschriften gesammelt, die ebenfalls unserer Meinung sind. Es handelt sich hier nämlich nicht um eine Gruppe emotionaler Frauen, die sich gegen eine Schließung wehren, wie uns gerne von Ihrer Seite aus unterstellt wird. Diese 5.000 Unterschriften sind von Menschen, die sich nicht täuschen lassen und die einen sinnvollen Umgang mit öffentlichen Ressourcen fordern. - Und die sehr wohl für Sparmaßnahmen sind, nicht aber für Pseudo-Schließungen die nur neue Investitionen nach sich ziehen, sogenannte "Umstrukturierungen".

Dass diese Tatsache politisch bisher völlig ignoriert wurde, finde ich demokratiepolitisch sehr bedenklich.

Es müssen doch nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit gesucht werden, Sie können doch die enorme Resonanz nicht länger totschweigen und Ernst nehmen.

Denn auch jede Geburtenstation hier im Ländle hat ihren eigenen "Fachschwerpunkt". Hohenems würde eine Lücke hinterlassen, die von anderen Abteilungen unmöglich zu schließen ist. Denn gerade die überschaubare Einheit macht eine qualitativ einzigartige Betreuung möglich, die in einer anderen Umgebung keinesfalls mehr gegeben ist.

Gerade bei Hohenems den Rotstift anzusetzen, ist alles andere als die wirtschaftliche Entscheidung, als die Sie sie verkaufen möchten.

Keines der anderen Krankenhäuser bestreitet die einzigartige Position dieser Abteilung.-Und betont zudem noch "Aufholbedarf" in vielerlei Hinsicht.

Gefordert wird dieser Beschluß in erster Linie, von einer ganz offensichtlich cholerischen, personal und führungspolitischen völlig indiskutablen Person, Hr.Patsch, der sich tatsächlich wiederholt seiner Position entsprechend absolut unangebracht und unprofesionell verhält.

Bis heute haben Sie immer noch nicht die offenen Fragen, die Ihnen am VN-Stammtisch gestellt wurden beantwortet, ich darf Sie hiermit höflich darauf aufmerksam machen.

1.) Die Überlegung die Gyn.+Geburtshilfe am LKH-Hohenems als Departement weiterzuführen wäre doch eine Möglichkeit des Konsens. (Diese Lösung wird in Hohenems ja auch für andere Abteilungen erfolgreich angewandt.Z.B. wird auch die Semmelweißklinik mit 2.400 Geburten im Jahr als Departement geführt)

2.) Die Schließung beinhaltet ja auch die gesamt gynäkologische Grundversorgung in Hohenems. Da Sie ja "vom Fach" sind, fällt es Ihnen bestimmt nicht schwer, mit jene 80% der gynäkologischen Eingriffe zu nennen, die dann ab 2007 in der Tagesklinik durchgeführt werden können. Außer einer Kürretage ist mir nämlich einfach nichts eingefallen. aber ich bin nun auch nicht "vom Fach", sondern einfach nur eine betroffene Frau.

Wir fordern Sie dazu auf, im Sinne vieler Menschen zu handeln, auf die falsche Entscheidung der Krankenhausbetriebsgesllschaft hinzuweisen und Alternativen zur Schließung anzubieten.

Die sogenannte "Neuorientierung" muß die gynäkologische Versorgung und die Erhaltung der Geburtenstation gewährleisten - und nicht ausschließen. Sie zerstören hier unglaublich wertvolle Arbeit. Es ist noch gar nicht so lange her, da haben Sie sich im LKH-Hohenems im Glanze des von der WHO verliehenen Zertifikates als "stillfreundliches Krankenhaus" gesonnt. Sollten Sie tatsächlich völlig vergessen haben was Sie bei dieser Gelegenheit in Ihrer imposanten Rede gesagt haben?

Mit freundlichem Gruß

Neumayer Jasmin
BürgerInnennitiative zur Erhaltung der Geburtenstation Hohenems

 

From: Bischof Hans-Peter
To: NeumayerJasmin@everyday.com
Cc: office@khbg.at ; Rhomberg Ludwig ; Ludescher Eugen ; Furtenbach Volker ; Buergermeister ; markus.wallner ; Nußbaumer Gabriele (Landtag) ; Jochen Weber ; Kessler Jürgen ; Inge Sulzer
Sent: Wednesday, November 09, 2005 9:49 PM
Subject: WG: Geburtenstation Hohenems

Sehr geehrte Frau Neumayer,

vielen Dank für Ihr Schreiben, das ich aus emotionaler Sicht - noch immer - sehr gut verstehen kann. Was Ihre inhaltlichen Aussagen betrifft, erlaube ich mir allerdings einige Anmerkungen.

Wie Sie wissen, habe ich mich nie vor einer öffentlichen Diskussion gescheut. Dass bisher von meiner Seite keine nachvollziehbaren Argumente, welche die Umstrukturierungen am Landeskrankenhaus Hohenems untermauern, genannt wurden, entspricht aber keinesfalls der Wahrheit. Sie waren ja selbst beim VN-Stammtisch in Hohenems anwesend, bei dem ich die Gesamtsituation ausführlichst geschildert habe und haben am 13. August diesen Jahres ein ausführliches Mail von mir persönlich bekommen, in dem ich die Entscheidungsgrundlage umfassend geschildert habe. Ich kann mich deshalb hier nur noch einmal wiederholen:

Der frühe und so überraschende Tod von Herrn Prim. Dr. Herbert Gschließer zwang unmittelbar dazu, Überlegungen zur zukünftigen Gestaltung des Leistungsangebotes am LKH Hohenems anzustellen. Dies auch im Hinblick auf die Ausführungen des Österreichischen Krankenanstaltenplans 2003 (ÖKAP) zum Landeskrankenhaus Hohenems, in dem zur Abteilung Gynäkologie/Geburtshilfe in einer Fußnote festgehalten wird, dass „die Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Gynäkologie/Geburtshilfe im Zuge der nächsten ÖKAP-Revision überprüft werden wird“. Das tragische Ereignis führte dazu, Überlegungen zu einer Umstrukturierung des Leistungsangebotes am LKH-Hohenems, die vom Bund schon seit über 10 Jahren eingefordert wird, anzustellen.

Der Tod von Prim. Gschließer hat uns auch gezwungen, eine Entscheidung zu treffen, was die Nachbesetzung seiner Stelle betrifft. Wie das Beispiel der Nachbesetzung am Landeskrankenhaus Bludenz ganz deutlich gezeigt hat, ist es derzeit nicht einfach, qualifizierte Ärzte zu finden, da sich im Fach Gynäkologie und Geburtshilfe ein Geschlechterwechsel vollzieht. Die Mehrheit der in den letzten Jahren ausgebildeten Gynäkologen sind Frauen - doch diese sind noch nicht bereit, die verantwortungsvolle Stelle eines Primariats zu übernehmen - was in einigen Jahren sicher anders sein wird. Zudem hätte eine Nachbesetzung bedeutet, dass diese Entscheidung eine für die nächsten Jahre bzw. Jahrzehnte gewesen wäre.

Ein weiteres Argument für die Umstrukturierung ist der ständig steigende Anspruch und die bundesweiten Auflagen für Strukturvorgaben - die insbesondere in der peripartalen Versorgung (während der Geburt) zu Investitionen im infrastrukturellen und personellen Bereich geführt hätten, um die Qualitätssicherung im Notfall und bei Komplikationen während der Geburt gewährleisten zu können. Das hätte hohe Investitionen und laufende Kosten nach sich gezogen, die in Hinblick auf die Größe der Abteilung - und spätestens in ein paar Jahren - ökonomisch nicht mehr vertretbar gewesen wären.


Diese Überlegungen und die dafür zu treffenden Entscheidungen im Aufsichtsrat waren auch deshalb mit Dringlichkeit notwendig, da sie eine grundlegende Voraussetzung für das geplante Projekt „Generalsanierung LKH Hohenems“ darstellen. Der Aufsichtsrat der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft hat in seiner Sitzung am 24. Juni 2005 beschlossen, eine umfassende Adaptierung und Sanierung am LKH Hohenems durch zu führen und damit die Position dieses Krankenhauses in der Vorarlberger Spitallandschaft auch in die Zukunft abzusichern.

Kernpunkt in dieser Entscheidung stellt der Ausbau und die Sicherung des schon jetzt gegebenen Schwerpunktes und der absolut tragenden Säule des Standortes LKH Hohenems - nämlich der Unfallchirurgie - durch die Anbindung von tageschirurgischen orthopädischen Leistungserbringungen und die Einrichtung eines Fachschwerpunktes für Orthopädie mit ca.14 Betten dar. Haupttätigkeitsgebiet dieses Fachschwerpunktes wird die konservative Orthopädie sein, die sich durch medizinische Leistungen wie etwa Infusionstherapie, Physiotherapie aber auch psychosomatische Begleitung definiert. Kleinere und mittelgroße orthopädische Eingriffe werden tageschirurgisch vorgenommen werden können, was natürlich eine neues Leistungsangebot für die Region darstellen wird. Die Vernetzung eines Fachschwerpunktes "primär konservative Orthopädie" mit der Unfallchirurgie macht absolut auch deshalb Sinn, weil beide Fächer sehr mit einander verwandt sind und sich damit in der Patientenbetreuung Gemeinsamkeiten geben, die genutzt werden können und Synergieeffekte bringen. Dies hat natürlich auf die Kostenentwicklung des Krankenhauses eine entscheidende Bedeutung!

Auf der anderen Seite können die anderen ausgezeichnet ausgestatteten und von den Frauen ebenfalls bestens angenommenen Abteilungen den Ausfall der Geburten am LKH-Hohenems ohne Problem übernehmen, denn in Vorarlberg bestehen in den Landeskrankenhäusern Bregenz, Feldkirch, Hohenems und Bludenz sowie im Stadtspital Dornbirn gynäkologisch/geburtshilfliche Abteilungen. Die Geburtenzahlen im Allgemeinen sind in Vorarlberg - leider - seit einigen Jahren rückläufig, was sich in den Auslastungen der einzelnen Abteilungen widerspiegelt (2004):

Krankenhaus Bettenzahl Auslastung
LKH-Bregenz 34 70,1 %
LKH-Feldkirch 43 70,8 %
LKH-Hohenems 22 74,1 %
LKH-Bludenz 25 59,3 %
Stadtspital Dornbirn 40 67,9 %
Vorarlberg gesamt 164 68,6 %

Aus diesen Zahlen ist klar ersichtlich, dass in Vorarlberg im Fach Gynäkologie/Geburtshilfe ein Überangebot an Akutbetten – ca. 20 bis 25 – besteht. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass 4 diesbezügliche Fachabteilungen für eine flächendeckende Versorgung der Vorarlberger Patientinnen ausreichend sind.

Ergänzend zu den Daten betreffend die Geburtenhäufigkeit in Vorarlberg, darf ich Ihnen auch noch einen Vergleich übermitteln, wie viele Hohenemserinnen, Frauen aus der Region und aus dem übrigen Vorarlberg tatsächlich ihr Kind am LKH Hohenems zur Welt gebracht haben, und verweise auf das Attachement Entbindungen Hohenems Patientenströme 1990-2004.xls

Um die Zahlen in der Tabelle "Entbindungen Hohenems Patientenströme" noch etwas zu verdeutlichen, erlaube ich mir einige Anmerkungen:

* 92 Hohenemserinnen haben von Jänner bis Juni 2005 ein Kind zur Welt gebracht.
Von diesen 92 Hohenemserinnen haben sich 68 (73,9%) für eine Entbindung in Hohenems entschieden - demnach 26,1% für eine Geburt in einem anderen Krankenhaus.
* Von diesen 92 Hohenemserinnen haben sich also 24 Hohenemserinnen (das sind 26%) für ein anderes Krankenhaus entschieden. Davon haben 18 Hohenemserinnen (das sind ~20%) ihr Kind in Dornbirn zur Welt gebracht.
* Von den insgesamt 269 Geburten am LKH Hohenems waren 68 Frauen Hohenemserinnen, das sind 25% der Gesamtgeburten am LKH Hohenems.
* Von der Gesamtgeburtenzahl Hohenems 269 kommen 192 Frauen aus dem Einzugsgebiet der Region Hohenems (Kummenbergregion plus Lustenau) - das sind 71,4% der Gesamtgeburten.

Aus all diesen Überlegungen geht klar hervor, dass ab 2007 die Versorgung von gynäkologisch/geburtshilflichen Patientinnen im Raum zwischen Bregenz und Feldkirch durch die bestehenden 3 Fachabteilungen in den Krankenhäusern Bregenz, Dornbirn und Feldkirch ausreichend gesichert.

Durch die pädiatrischen Fachabteilungen inklusive der dort bestehenden Intensivüberwachungs-/Therapieeinheiten, die an diesen 3 Standorten bestehen, wird zudem die Versorgung der Neugeborenen nach den Vorgaben einer modernen und verantwortungsorientierten Medizin - und die Geburtshilfe ist ein Teil der Medizin - optimal sichergestellt, was im LKH Hohenems wegen des Fehlens einer pädiatrischen Abteilung nicht im qualitätsgesicherten Ausmaß möglich war.

Zu dem sind diese 3 Fachabteilungen geographisch so situiert, dass alle durch geringe Wegstrecken gut zu erreichen sind

Zusammenfassend darf ich festhalten, dass der deutliche Rückgang der Geburtenzahlen in Vorarlberg im Allgemeinen - bisher allerdings nicht in im LKHH - und die gerade für Neugeborene fehlende intensivmedizinische Betreuungsstruktur in Hohenems ausschlaggebend für die Entscheidung waren, diese Aufgaben auf die anderen Krankenhäuser des Landes zu übertragen, um einerseits Qualitätssicherung und andererseits ökonomische Aspekte verantwortungsvoll berücksichtigen zu können.

Der durch die Verlagerung freiwerdende Raum soll für einen orthopädische Fachschwerpunkt zur Verfügung gestellt werden, wodurch einerseits der Bedarf an konservativ-orthopädischen Notwendigkeiten in Vorarlberg abgedeckt und in Verbindung mit der hoch qualifizierten Unfallchirurgischen Abteilung eine wesentliche Ergänzung im Sinne eines „Bewegungszentrums“ geschaffen wird.

Außerdem wird im Zuge der baulichen Sanierung am LKHH ein Schwerpunkt für tagesklinische Behandlungen inklusive einer interdisziplinären Tageschirurgieeinheit aufgebaut, die auch die gynäkologische Basisversorgung in der Region weiterhin garantieren wird. Die regionale Versorgung von gynäkologischen Erkrankungen, die einen nicht zu aufwändigen operativen Eingriffen notwendig machen, kann dann weitestgehend tageschirurgisch erfüllt werden!

Ich hoffe, diese Ausführungen zeigen einmal mehr, dass die Umstrukturierungen am Landeskrankenhaus Hohenems keinesfalls unbegründet sind. Vielmehr ist diese Umgestaltung eine wichtige Maßnahme, um den Standort des LKH Hohenems in der Vorarlberger Spitalslandschaft noch tiefer zu festigen. Im Sinne meiner verantwortungsvollen politischen Aufgabe ist es nicht nur mein Ziel, sondern auch meine Pflicht, gerade im Sinne der Vorarlberger Bevölkerung und aller PatientInnen - und nicht WählerInnen - im ganzen Land zu handeln. Und dazu gehört eben auch eine zukunftsfähige, möglichst optimale und qualitätsgesicherte - vor allem aber auch weiterhin finanzierbare - Planung der Vorarlberger Spitalslandschaft.

Ich hoffe, dass Ihnen mit diesen Ausführungen behilflich sein konnte und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Hans-Peter Bischof
Landesstatthalter
Dr. Hans-Peter Bischof

Referent für
Gesundheit und Rehabilitation
Landeskrankenanstalten
Kultur
Aus- und Weiterbildung

 

 


----- Original Message -----
From: NeumayerJasmin
To: Bischof Hans-Peter
Cc: Inge Sulzer ; Jürgen Kessler ; Jochen Weber ; Gabriele Nußbaumer (Landtag) ; Markus Wallner ; buergermeister@hohenems.at ; Volker Furtenbach ; Eugen Ludescher ; Ludwig Rhomberg ; Krankenhausbetriebsg
Sent: Thursday, November 10, 2005 8:12 AM
Subject: Re: Geburtenstation Hohenems

Sehr geehrter Herr Bischof,

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Anfrage und die Wiederholung ihres Mail vom August.
Leider kann ich trotz meiner Bemühungen, nach wie vor kein Argument erkennen, dass Ihre Vorgehensweise rechtfertigen könnte.
Ihre Zahlen sind insoweit nicht relevant, als dass ein Vergleich zu den anderen Häusern komplett fehlt. Da die objektive Grundlage eines Vergleiches nicht gegeben ist, dürfen diese Zahlen auch nicht als Grundlage, bzw. als Argument angeführt werden.
Es geht uns auch nicht nur um eine öffentliche Diskussion - die 2x die es ansatzweise so etwas gegeben hat, haben sich auf Ebenen abgespielt, die keineswegs fair und ausgeglichen waren.

Ihre Ausführungen zur "Neuorientierung" klingen für den oberflächlichen Betrachter nicht einmal besonders schlecht. Trotzdem bin ich - und mindestens 5.000 Menschen, die mit Ihrer Unterschrift hinter uns stehen - der Meinung diese Umstrukturierungen müssen den Erhalt der Grundversorgung am LKH Hohenems mit der Gynäkologie und Geburtshilfe gewähren.

Wenn Sie selbst schon unseren Prim Gschließer in diese Diskussion einbringen, muß ich Ihnen allerdings sagen wie seltsam und unfair ich Ihre Haltung finde. Sein Grundsatz war seit jeher der Konsens - und nicht die Schönfärberei von -übrigens fragwürdigen - Statistiken und Zahlen.

Wenn Sie schon der Meinung sind dass ein Überangebot an Gyn.Betten besteht, wäre es meiner Meinung nach angebrachter sie dort einzusparen wo die entsprechende Auslastung nicht gegeben ist.
Ich glaube es ist ihnen nicht einmal bewußt was Sie hier dabei sind zu zerstören. Hier darf getrost gesagt werden: Denn sie wissen nicht was sie tun...

Mit freundlichem Gruß

Neumayer Jasmin

 

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